Grammaturen und Papiergewicht
Auch wenn wir uns mitten im digitalen Zeitalter befinden, ist Papier nach wie vor wichtig. Sei es für die postalische Kommunikation, für Bücher und Magazine oder, um Visitenkarten auszugeben. Die haptische Komponente von Papier und Druckprodukten ist für viele unersetzbar. Und auch so manches Dokument muss trotz Digitalisierung nach wie vor in Papierform vorliegen und abgeheftet werden. Jeder, der Briefe, Verträge, Visitenkarten, Bücher, Flyer etc. in den Händen hält, weiß, dass Papier nicht gleich Papier ist. Manches ist durchscheinend und sehr filigran, manches ist dick und lässt sich kaum knicken. Und dann gibt es noch Pappe – besonders stabiles Papier. Eine Größeneinheit hinter all diesen Unterschieden ist unter anderem die Grammatur.
Die Grammatur und die Papierqualität
In der Papier- und Druckbranche gibt es verschiedene Parameter, die Papier beschreiben: der Weißegrad, die Opazität und die Grammatur. Parallel zum Begriff Grammatur werden häufig auch die Bezeichnungen Papierstärke, Papiergewicht oder Papierqualität verwendet. Denn je schwerer bzw. stärker das Papier, desto hochwertiger wirkt es. Per se allerdings sagt die Grammatur nichts über die Qualität aus, denn Papier kann zwar schwer, aber von minderwertiger Qualität sein. Rein haptisch allerdings sind Werbebotschaften auf schwerem Papier überzeugender.
Korrekt verwendet,???? meint die Grammatur ausschließlich das Flächengewicht von Papier. Übersetzt heißt das: Die Grammatur gibt an, wie viel Gramm ein Papier auf 1 m2 wiegt. Ein typisches Druckerpapier hat beispielsweise eine Grammatur von 80 g/m². 1 m² dieses Papiers hat also ein Gewicht von 80 Gramm. Ein DIN-A4-Blatt dieses Papiers würde entsprechend 5 Gramm auf die Waage bringen.
Papiere mit besonders hohen Grammaturen ab 170 g/m² bzw. 600 g/m² sind Karton bzw. Pappe. Alles, was leichter als 170 g/m² ist, wird als Papier bezeichnet.
Eine Übersicht über Papiervarianten mit verschiedenen Grammaturen und deren Anwendungen:
++++++++++++++++++++ TABELLE ++++++++++++++++++++Grammatur Papierart / Verwendung 8 g/m² Seidenpapier 15 g/m² Teebeutelpapier 30 g/m² Luftpostpapier 50 g/m² Zeitungspapier 60 g/m² Tabellierpapier / Endlosdruckpapier 70 g/m² Schreibmaschinenpapier 80–120 g/m² Kopierpapier / Druckerpapier / Briefpapier / Dokumentpapier 90–400 g/m² Bilderdruckpapier 130 g/m² Zeichenpapier / Tonzeichenpapier 250–400 g/m² Visitenkarten 600 g/m² Ordnerdeckel / Vollpappe
Die Tabelle stellt nur einen Anhaltspunkt dar, denn manche Papierarten sind in verschiedenen Grammaturen erhältlich.
Die Papierart sagt per se also erst einmal wenig über das Papiergewicht aus. Generell gilt zumindest im Werbedruck: Je hochwertiger Sie Ihr Printprodukt wünschen, desto höher sollte die Grammatur sein. Selbstverständlich hängt das immer von dem gewählten Druckprodukt, der Papierart und der Botschaft ab, die Sie damit unter Kunden und Interessenten verbreiten möchten.
Das Papiergewicht und die Haptik
Nicht zu unterschätzen ist der psychologische Effekt bei verschiedenen Papiergrammaturen – abhängig vom Anwendungszweck. Die Haptik spielt eine große Rolle und ist bei analoger Werbung sehr wichtig. Bei der Haptik handelt es sich um die Wahrnehmung der Beschaffenheit eines Objektes durch den Tastsinn. Drückt Ihnen jemand eine Visitenkarte in die Hand, die sehr dünn und instabil ist, hinterlässt das keinen guten ersten Eindruck. Wurde dagegen eine hohe Papiergrammatur gewählt, wirkt Ihr Unternehmen bereits über die Visitenkarte als hochwertig und seriös. Sie schafft Vertrauen.
Bei Broschüren verhält es sich ähnlich. Soll es nicht nur um ein einfaches Prospekt mit dem aktuellen Wochenangebot handeln, ist etwas schwereres Papier die richtige Wahl. Damit stärken Sie das Vertrauen in Ihre Marke und zeigen, dass Sie hinter Ihrem Unternehmen stehen.
Übrigens: Auch beim Gewicht von Stoffen oder Folien spricht man von der Grammatur. Das Gewicht wird also auch hier in Gramm pro Quadratmeter angegeben.
Bilderdruckpapier matt
Spezialmaterial Chromokarton
gestrichenes Bilderdruckpapier
Gras- und Naturpapier
Mit dem richtigen Papier Eindruck machen
Warum gibt es so viele verschiedene Papiergrammaturen? Ganz einfach: Für unterschiedliche Zwecke sowie Weiterverarbeitungen sind verschiedene Papiergewichte notwendig. Oder andersherum: Nicht jedes Papier kann für alle Anwendungen genutzt werden. Oder möchten Sie Ihre Visitenkarte auf leicht zerreißendem Seidenpapier ausgeben? Ein Brief, geschrieben auf Vollpappe, lässt sich nur schwerlich versenden. Und Werbeflyer lassen sich nur bis zu einer Grammatur von 150 g/m² falzen; mit vorheriger Rillung bis zu maximal 300 g/m².
Ist das Papiergewicht zu gering, kann insbesondere helles Papier nicht für einen doppelseitigen Druck verwendet werden. Daher all die verschiedenen Grammaturen.
Das Standardpapier für viele Zwecke
Der Papierklassiker in der Welt der Druckprodukte ist das 80 g/m²-Papier – das ebenfalls für Kopierer oder den Briefversand typisch ist. Es weist sozusagen die Allrounder-Grammatur auf. Es lässt sich bei Bedarf falten, ist aber nicht zu dick. Gleichzeitig zerreißt es nicht so schnell. Auch etwas schwereres Papier bis 120 g/m² ist äußerst vielseitig in seiner Anwendung und faltbar, aber stabil.
Broschüren
Möchten Sie eine Broschüre gestalten, die nicht nur Ihr Unternehmensportfolio vorstellt, sondern bereits auf den ersten Blick von Ihrem Angebot überzeugt? Dann wählen Sie Papier, das etwas schwerer als das Standardpapier ist. Damit erzielen Sie eine hochwertigere Optik und Haptik. Papier mit einem Gewicht von 100 g/m2 oder darüber ist im Geschäftsleben oft sinnvoll. Es knickt weniger schnell und dank der festeren Struktur hält es länger bei mehrfachem Durchblättern. Ein Wochenblatt oder anderes kurzlebiges Produkt, empfehlen wir auf dünnerem, kostengünstigerem Papier zu drucken.
Werbeflyer
Das Papiergewicht für einen ungefalzten Flyer hängt davon ab, welchen Eindruck das Unternehmen vermitteln möchte. Die Grammatur kann dabei zwischen 80 g/m2 und 500 g/m2 liegen. Eine höhere Grammatur wirkt vertrauenerweckender. Leichteres und besser zu faltendes Papier eignet sich allerdings als Streuprodukt besser.
Visitenkarten
Eine Visitenkarte, so klein sie auch ist, muss stabil sein, da sie durchaus stark strapaziert werden kann. Ein Gewicht ab 250 g/m2 bis 400 g/m2 eignet sich hierfür gut. Mit einer beidseitigen Drucklackierung wird das Kontaktkärtchen noch widerstandsfähiger.
Schon gewusst? In unserem Online-Shop können Sie mittels unseres Papiergewichtsrechners bequem das Papiergewicht eines gewünschten Produktes berechnen. Hierzu folgen Sie dem Link und geben in unserem Papiergewichtsrechner einfach die gewünschten Parameter Ihres Produktes an. Sie erhalten eine Gewichtsangabe für 1 bzw. 500.000 Stück.